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Jackie Robinson #42 – Der Kämpfer

“Baseball is like a poker game. Nobody wants to quit when he’s losing; nobody wants you to quit when you’re ahead.”

Jackie Robinson #42

Second Baseman, Hitzkopf, Widerstandskämpfer

Jackie Robinson #42 war zweifelsohne ein großartiger Baseball-Spieler, doch in gleichem Maße wird die Welt ihn für seinen Kampf gegen Rassismus und seinen Einsatz für die Gleichberechtigung afroamerikanischer Mitbürger und Sportler in Erinnerung behalten. So wurde er schon allein durch seinen mutigen Eintritt in die Major League Baseball zur Symbolfigur der sogenannten Rassenintegration im amerikanischen Profisport und allgemein in der US-amerikanischen Gesellschaft.

Es war der 15. April 1947, als mit Jackie Robinson #42 zum ersten Mal seit 1888 wieder ein schwarzer Baseball-Spieler seinen Platz auf der Base bezog, und leicht war es gewiss nicht: Schon zuvor, als Robinson #42 noch in Kanada in der Minor League spielte, musste er sein Temperament gewaltig zügeln, um bei den rassistischen Verhöhnungen, Morddrohungen und Hasskommentaren, die ertragen musste (und die nichts waren im Vergleich zu dem, was zu Major-League-Zeiten auf ihn zukommen würde), nicht genauso hart zurück zu schießen. Jackie Robinson #42 hatte nämlich nicht nur einen starken Wurfarm, sondern eine ebenso scharfe Zunge und einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit.

Ein steiniger Weg zum Weltruhm

Bereits vor dem Beginn seiner MLB-Karriere erwies sich Jackie Robinson #42 als ein Mann, der für Gleichberechtigung und Gleichbehandlung kämpfte und hierfür auch bereit war, die Stimme zu erheben und den schwierigen Weg einzuschlagen: Er meldete sich im Zweiten Weltkrieg freiwillig bei der US Army, wurde allerdings im rassengetrennten 761. Panzer-Bataillon ausgebildet, was ihm einige Steine in den Weg legte.

So bewarb er sich beispielsweise an der Offiziersschule, wurde aber zunächst abgewiesen und kämpfte dort daher umso härter und schließlich erfolgreich um seine Aufnahme. Doch dieser kleine Sieg genügte Robinson #42 noch lange nicht: Er weigerte sich außerdem während seiner Ausbildung in Texas, einen Platz im hinteren Teil des Busses einzunehmen, wie es Schwarzen damals noch immer vorgeschrieben wurde. Da ihm dieses Verhalten bzw. Aufbegehren gegen die Ungleichbehandlung als Gehorsamsverweigerung ausgelegt wurde, stand Jackie Robinson #42 kurz darauf vor einem Militärgericht und wurde gegen seinen Willen nicht nach Europa verlegt, um dort zu kämpfen. Doch immerhin wurde Robinson 1944 von dem Gericht in allen Anklagepunkten freigesprochen und auch ehrenhaft aus der Armee entlassen.

Robinson #42 war also bereits vor seiner MLB-Karriere, als er noch in der Negro League spielte, als Hitzkopf und Rebell bekannt, was die Frage aufkommen lässt, warum Branch Rickey, damals General Manager der Brooklyn Dodgers, gerade ihn für sein Vorhaben auserwählte: Es war eine riesige Sensation, als er Robinson 1946 unerwartet bei seinem kanadischen Minor League Affiliate Montreal Royals unter Vertrag nahm. Seit etwa 50 Jahren hatte kein Schwarzer mehr in der Major Baseball League gespielt und es war ein offenes Geheimnis, dass in Robinsons #42 künftigem Team regelmäßig die Nachwuchsspieler für die Major League ausgebildet wurden.

Rickey hatte seinen Plan bis zur Vertragsunterzeichnung streng geheim durchgezogen und sein Interesse an Robinson #42 sogar mit dem Ammenmärchen erklärt, er wolle Spieler für eine neue Schwarzen-Liga rekrutieren.

Mit dem Minor League-Verein in Montreal, Kanada, hatte Robinson #42 zunächst tatsächlich großes Glück, denn hier wurde er größtenteils überschwänglich von Fans gefeiert, während seine Verpflichtung innerhalb der USA in großen Teilen eher Hass, Rassismus und Ablehnung hervorrief. Großes Glück war es insofern, als die Angriffe so weit entfernt stattfanden, dass Robinson #42 sie wider Erwarten zunächst problemlos ignorieren konnte.

Nicht nur Robinsons #42 feuriges Temperament, sondern auch sein für einen Newcomer relativ hohes Alter von damals 27 Jahren riefen bei vielen Baseball-Fans und Sportexperten Verwunderung hervor. Doch  zumindest, was sein temperamentvolles Gemüt betrifft, gibt es auch eine plausible Erklärung: Rickey entschied sich bewusst nicht für den entspannteren Alternativkandidaten Roy Campanella #39, da er darauf spekulierte, dass gerade Robinsons rebellische und unverblümte Art beim Kampf um die Gleichberechtigung in Sport und Gesellschaft nützlich sein würde.

Es war für Rickey absehbar, dass der Kandidat, den er wählen würde und der zur Ikone des schwarzen Baseballs avancieren sollte, vielen Beschimpfungen und Bedrohungen standhalten musste, ohne unter dem Druck zusammenzubrechen. Tatsächlich bat er Jackie Robinson #42 sogar darum, sein Temperament zunächst einmal einige Jahre lang zu zügeln und die Füße stillzuhalten. Es war eine Chance, die ungeschriebene, aber dadurch nicht weniger gültige Regel, Schwarze von der Major League auszuschließen, aufzubrechen. Eine Chance, die sowohl Robinson #42 als auch Rickey unbedingt nutzen wollten.

Am 15. April 1947 war es dann soweit: Jackie Robinson #42 hatte sein Debüt in der Major League bei den Brooklyn Dodgers. Dieses Sportereignis, bei dem er als First Baseman auf das Feld trat, faszinierte nicht nur Baseball-Fans, sondern war eine gesamtgesellschaftliche Sensation und ein entscheidender Tag für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung.

Dass Robinson #42 dieses gesamte erste Jahr bei den Dodgers an der ersten Base verbrachte, hatte wohl vor allem symbolische als sportliche Gründe, denn den Rest seiner Karriere war er überzeugter Second Baseman.

Gerade in diesem ersten Jahr in der Major League musste sich Robinson #42 stark zusammenreißen, um sein Versprechen gegenüber Rickey, rassistische Beschimpfungen etc. zu ignorieren, nicht zu brechen. Denn die Ablehnung rührte nicht nur von Seiten der Baseball-Fans, sondern er musste sogar erhebliche Anfeindungen innerhalb seiner eigenen Mannschaft ertragen. So weigerten sich hauptsächlich aus den Südstaaten stammende Spieler der Dodgers wie Dixie Walker, neben Robinson #42 zu spielen, und drohten sogar mit Streik oder wollten sich einen anderen Verein suchen. Doch der Manager der Dodgers stand auf Robinsons #42 Seite und damit beruhigten sich die Gemüter sehr bald wieder – zumindest an der Oberfläche.

Doch auch Unterstützung gab es von anderen Spielern, beispielsweise von Pee Wee Reese #1 und Hank Greenberg #5, der als erster jüdischer Baseball-Star ebenfalls einige Anfeindungen hatte erleben müssen.

Allen Hürden zum Trotz legte Jackie Robinson #42 einen unglaublichen Start in der Liga hin: In seinem ersten Jahr erhielt er den MLB Rookie of the Year Award und bereits zwei Jahre später (1949) wurde er zum wertvollsten Spieler der National League (MVP) gekürt. Wahrscheinlich waren es sogar Robinsons #42 Verbissenheit und sein absoluter Siegeswille, die die Dodgers 1950 und 1951 im Rennen um die Meisterschaft hielten. Entsprechend trug Jackie Robinson #42 auch maßgeblich zum ersten und einzigen World Series Titel der Dodgers bei, der schließlich durch einen hart erkämpften und nervenaufreibenden Finalsieg gegen den Erzrivalen, die favorisierten New York Yankees, besiegelt werden konnte.

Im Nachhinein betrachtet hat sich das Risiko, das Rickey mit der Aufstellung des temperamentvollen Jackie Robinson #42 einging, auf jeden Fall ausgezahlt: Es lässt sich nicht bestreiten, dass er sich gerade aufgrund seiner offensiven Art im Grunde als der ideale Mann für die Position herausgestellt hat. So spiegelte sein Baseball-Stil die Elemente seines Charakters wider, die ihn auch gesellschaftlich bedeutsam gemacht und seinen Erfolg garantiert haben: Er kombinierte das traditionell risikofreudige Spiel, das insbesondere innerhalb der Negro League weit verbreitet war, mit seinem offensiven Charakter. So stand er auch immer selbstbewusst für sein Recht auf seine Base ein. Sein Manager beschrieb diese Einstellung und seine damit verbundene Spielweise einmal treffend:

“This guy didn’t just come to play. He came to beat ya.”

Leo Durocher #2

Jackies Kampf um Gleichberechtigung

Während seiner ersten beiden Jahre bei den Dodgers hielt Robinson #42 das Versprechen, das er Rickey gegeben hatte, und hielt trotz rassistischer Anfeindungen von allen Seiten die Füße still. Er wirkte in dieser Zeit geradezu stoisch, wo andere unter dem Druck wahrscheinlich zusammengebrochen wären. Vielleicht lag es daran, dass er wusste, er würde sich eines Tages zur Wehr setzen, vielleicht auch daran, dass ihm bewusst war, dass Ruhe und Würde im Angesicht rassistischer Attacken gerade wahre Größe und Courage ausmachen – jedenfalls wurde sein ruhiges, besonnenes Verhalten später immer wieder gewürdigt und in den 60er Jahren unter dem Motto der Gewaltfreiheit stets als beispielhaft angeführt.

Doch ewig sollte Robinsons #42 stoische Zurückhaltung eben auch nicht andauern: Im Jahr 1949 brach er schließlich sein Schweigen und wurde mit einem Schlag zu einem der schärfsten Kritiker des Rassismus und der Rassentrennung. Er setzte sich besonders stark für die Gleichberechtigung schwarzer Sportler im Baseball ein  und kritisierte vor allem die Südstaaten-Vereine für ihren rückschrittlichen Umgang mit Afroamerikanern. Er ermutigte auch andere Spieler dazu, ihre Stimme zu erheben und forderte ein Ende der Rassentrennung in Städten, Hotels und Freizeitanlagen. Dass das sogenannte „Jackie Robinson-Experiment“ glückte und die gemeinsame Nutzung von Anlagen durch schwarze und weiße Mitbürger reibungslos ablief, hatte auch einen entscheidenden Einfluss auf weiße Südstaaten-Politiker und Firmenchefs.

“I’m not concerned with your liking or disliking me. All I ask is that you respect me as a human being.”

Jackie Robinson #42

Auch am Ende: Ein klarer Schnitt

So schnell Jackie Robinsons #42 Karriere in der Major League begann, fand sie leider auch ein Ende. Dies lag vor allem an seinem bereits fortgeschrittenen Alter und den vielen Verletzungen, die er sich im Laufe der Jahre zuzog.

Hinzu kam, dass er nach dem Ausscheiden Rickeys als General Manager 1950 weder einen guten Draht zum Manager Walter O’Malley noch zum neuen General Manager Walter Alston fand und dem gesamten Verein damit zunehmend ernüchtert gegenüberstand. 1956 sollte er dann im Alter von 37 Jahren an die New York Giants (später San Francisco Giants) verkauft werden, was er ablehnte und stattdessen seine Karriere nach neun Jahren beendete.

Das frühe Ende seiner Karriere ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ihm auf dem Höhepunkt seiner Karriere jeder Gegner Respekt zollte und er bereits nach wenigen Jahren eindrucksvoll bewiesen hatte, dass Schwarze auch außerhalb der Negro League erfolgreiche Profi-Baseballspieler sein können. Und diesen Triumph kann ihm niemand mehr streitig machen.

Auch seine rein sportlichen Erfolge werden Baseball-Fans weltweit noch lange im Gedächtnis bleiben: So hatte er einen beeindruckenden Schlagdurchschnitt von .311 und deutlich mehr Walks als Strikeouts vorzuweisen. Er war der erfolgreichste Baserunner seiner Zeit und es gelang ihm tatsächlich 19mal, die Home Base zu stehlen. Sein gesellschaftlicher Kampfgeist prägte auch im Sport seinen Stil: Aufgeben war für ihn nie eine Option, egal wie schlecht die Zeichen für den Sieg seines Teams standen.

Ehrungen des Widerstandskämpfers Jackie Robinson #42

An Jackie Robinsons #42 Werdegang zeigt sich eindrucksvoll, dass die häufig im Sport praktizierte Sperre von Spielernummern mehr ist als nur die Würdigung großartiger sportlicher Leistungen. Sie ist auch ein politisches Instrument, kann Zeichen setzen und ganze Generationen prägen. Mit der Sperre der Nummer #42 jedenfalls wurde ein bedeutender Meilenstein im amerikanischen und vielleicht weltweiten Widerstand gegen Rassismus und Ausgrenzung gesetzt.

“When Jackie took the field, something reminded us of our birthright to be free.”

Reverend Jesse Jackson

Der im US-amerikanischen Raum geradezu inflationär gebrauchte Begriff „Held“, gerne auch „Sportheld“ (sports hero), ergibt bei Jackie Robinsons #42 Geschichte tatsächlich mal Sinn: Er wählte seinen Sport, den Baseball, als das Medium, über das er für Gleichberechtigung kämpfte. Und der Sport gab ihm – zumindest posthum – auch vieles zurück:

Vielleicht die erste große Ehrung, die Robinson #42 erhielt, war 1962 der bei seiner Laufbahn schon beinahe obligatorisch zu nennende Einzug in die Baseball Hall of Fame.

Doch auch noch viele Jahre nach dem Karriere-Aus und dem Tod des Baseball-Helden ist er nicht vergessen: Anlässlich des 50. Jahrestages von Robinsons Major-League-Debüt wurde seine Rückennummer #42 im Jahr 1997 in der gesamten MLB, also bei allen Teams der Liga, gesperrt – die Nummer wird ihm zu Ehren nie wieder vergeben. Jackie Robinson #42 ist im Baseball der einzige Spieler, der in fast allen Teams auf diese bedeutsame Art geehrt wird. Damit wird nicht nur seinen herausragenden spielerischen Fähigkeiten, sondern auch seiner gesellschaftlichen Bedeutung Respekt gezollt.

2004 wurde der 15. April zum „Jackie Robinson Day“ ernannt – ein Feiertag, an dem alle Spieler in allen Ballparks der Major League Baseball zu Ehren Robinsons seine Nummer 42 tragen. Ein schönes Zeichen, das sich zum Glück noch in keinem Verein dauerhaft durchgesetzt hat – denn das würde doch zu einiger Verwirrung führen.

Auch weit über den Sport hinaus wurden seine Leistungen gewürdigt, so basiert beispielsweise das Broadway-Musical The First von Neil Bogart (1981) auf Jackie Robinsons #42 Leben und im Jahr 2013 wurde die Filmbiografie 42 – Die wahre Geschichte einer Sportlegende veröffentlicht. In diesem Film wurde Robinson im Übrigen eindrucksvoll von Chadwick Boseman verkörpert.

Ein großartiger Spieler, ein großer Mann

Bis zum letzten Tag seines Lebens war Robinson von ganzem Herzen Freiheitskämpfer, Rebell, Vordenker. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt 1972, knapp zwei Wochen vor seinem viel zu frühen Tod, brachte er seinen tiefen Wunsch zum Ausdruck, ein Schwarzer solle in der Major League Baseball einmal Manager werden.

Es war ihm leider nicht vergönnt, diesen Tag noch zu erleben, der bereits zwei Jahre später eintreffen sollte. Die Cleveland Indians machten 1974 den afroamerikanischen Frank Robinson (im Übrigen nicht mit Jackie #42 verwandt) zum Manager. In der Pressekonferenz meinte er, er wünschte, Jackie hätte diesen Moment miterleben dürfen.

“The way I figured it, I was even with baseball and baseball with me. The game had done much for me, and I had done much for it.”

Jackie Robinson #42

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Image Credits: Katherine Welles / Shutterstock.com, meunierd / Shutterstock.com, catwalker / Shutterstock.com, Leonard Zhukovsky / Shutterstock.com.

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